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No-Name-Handy-Hersteller auf dem Vormarsch

Auf dem heißumkämpften Handy-Markt etablieren sich billige China-Handys und No-Name-Hersteller aus Indien zusehends. Auch wenn diese Hinterhof-Bastler für den (west-)europäischen Handy- respektive Smartphone-Markt noch keine so große Rolle spielen wie beispielsweise in Russland, den Balkan-Staaten oder Lateinamerika. Marktforscher Gartner fand heraus, dass China-Handys, indische No-Name-Hersteller und andere namenlose Handy-Produzenten per drittes Quartal 2010 ihren Anteil am Weltmarkt mit nunmehr rund 33 Prozent binnen eines Jahres mehr als verdoppelt konnten, berichtet das Handelsblatt.

Von den bei Marktforschern überwiegend unter restliche Produzenten geführten, auch als „White Box“-Hersteller bekannten Firmen aus Asien, mauserte sich Micromax besonders. Dem indischen Hersteller, erst seit 2008 am Handy-Markt tätig, prognostizieren Branchenkenner durchaus eine erfolgreiche Entwicklung. Denn mit rund 2,5 Millionen ausgelieferten Exemplaren könnte es Micromax aus der Rest-Kategorie bald in die Einzelwertung schaffen. China-Handys und andere Namenlose bedienen in hohem Maße den eigenen Inlandmarkt, die dort aufstrebende Mittelschicht fährt aufs einfache Handy ab, es muss keine 3G-Datentechnik sein. Auch darin liegt das Problem weltweit agierender IT-Großkonzerne. Abgesehen von Nokia, der sich selbst an Marktanteilen in diesen Ländern bedient, sind die populärsten Handy- beziehungsweise Smartphone-Hersteller kaum noch in der Lage im Billigsegment zu produzieren.

Im Übrigen dürfte es sich auch um eine Frage des Images handeln. So scheint denn auch die Strategie asiatischer Handy-Hersteller mit High-End-Nachahmerprodukten aufzugehen. Hatten Mobilfunktelefone der fünf größten Produzenten, Nokia, Samsung, LG, Apple, HTC gehören zweifelsohne dazu, per September 2009 noch einen weltweiten Marktanteil von über achtzig Prozent, sank dieser im vergleichbaren Zeitraum 2010 auf nur noch 66,9 Prozent. Und der Handy-Markt in China wie Indien boomt nicht zuletzt wegen rasant steigender Nachfrage weiter.